Geschichte der Trans Thüringia

Urheber:

Die Idee eines Schlittenhunderennens entlang des Rennsteigs in Thüringen hatten

  • Margit und Walter Tinz vom MKC,
  • Wolfgang Pfeifer vom MKC,
  • Michael Beil vom SSCT, später DSLT und
  • Kurt Sprenger vom HSSC.

Diese fünf Initiatoren setzten die Idee mit vielen freiwilligen Helfern aus den Gemeinden und Vereinen aus dem Thüringer Wald um. Selbstverständlich war auch die Einwilligung der Behörden notwendig, ohne die eine solches Projekt nicht durchführbar gewesen wäre.

So kam es zur Durchführung der nachfolgend aufgeführten Veranstaltungen:

Trans-Thüringia 1995 – Streckenlänge 330 km

Die erste Trans-Thüringia wurde in Lauscha (bei Neuhaus am Rennweg) gestartet. Das Rennen war als Longtrail, Middle-Distance und Tour ausgeschrieben. Es wurden so um die 50 bis 70 Teilnehmer erwartet. Insgesamt konnten jedoch 140 Meldungen verzeichnet werden.

Trans-Thüringia 1996 – Streckenlänge 255 km

Bei der zweiten Trans-Thüringia wurden außer dem Ort Lauscha auch die Orte Scheibe-Alsbach und Masserberg in die Veranstaltung einbezogen. Außerdem wurden die Disziplinen auf Longtrail und Tour beschränkt, weil für die große Starterzahl die zur Verfügung stehenden stake-out-Flächen (Fahrerlager) nicht ausreichten.

Trotzdem konnten ca 90 Rennmeldungen verzeichnet werden. Leider spielte das Wetter nicht so mit, wie man sich das erhofft hatte, so daß 40 Teilnehmer vorzeitig das Rennen aufgaben und die Heimreise antraten.

Trans-Thüringia 1997 – Streckenlänge 155 km

In diesem Jahr gab es wieder einen Wechsel bei den mitveranstaltenden Orten. Für Lauscha wurde Altenfeld aufgenommen, so daß das Rennen über Masserberg, Scheibe-Alsbach und Altenfeld lief. Auch zu dieser Veranstaltung konnten wieder 80 Teilnehmer begrüßt werden, wovon 50 Musher in der Longtrailklasse und 30 Musher in der Tourenklasse an den Start gingen. Das Rennen mußte wegen Schneemangels nach der 4. Etappe und zwei Regentagen abgebrochen werden. Es wurde jedoch als durchgeführt gewertet.

Als sich nach der Siegerehrung am Donnerstagabend das Wetter schlagartig änderte und Schneefall einsetzte, wurde am Samstag und Sonntag die sogenannte "Trans-Altenfeld" durchgeführt, um die bereits vorhandene Organisation in diesem Rennort auszunutzen. Man wollte damit der Gemeinde Altenfeld entgegenkommen, die bekanntlich zum ersten Mal als Mitverantalter dabei war.

Trans-Thüringia 1998 – Streckenlänge 301 km

In umgekehrter Reihenfolge, aber mit den gleichen Orten wie im Vorjahr, also Altenfeld, Scheibe-Alsbach, Masserberg, wurde 1998 das Rennen durchgeführt. 35 Starter in der Longtrailklasse und 15 Starter in der Tourenklasse gingen an den Start. Allerdings spielte auch in diesem Jahr das Wetter nicht über die gesamte Dauer des Rennens mit. Nach der 8. Etappe mußte die Veranstaltung abgebrochen werden, nachdem diese bereits auf 12 km verkürzt werden mußte. Die 35 Teilnahmer in der Longtrailklasse und 15 Starter in der Tourenklasse konnten jedoch bei der Albert-Schweitzer-Hütte in der Nähe von Altenfeld ein in das Rennen integriertes Biwak durchführen.

Trans-Thüringia 1999 – Streckenlänge 412 km

Bei der 5. Trans-Thüringia schied der Ort Scheibe-Alsbach aus. Die Strecke wurde über folgende Orte gelegt: Siegmundsburg, Masserberg und Neuhaus, Altenfeld. Zu diesem Rennen, das allgemein als das bis dahin Schönste bezeichnet wurde, meldeten 80 Musher, davon 30 Musher in der Tourenklasse.

Trans-Thüringia 2000 – geplante Streckenlänge 375 km

Die TransThüringia mußte im Jahr 2000 wegen Schneemangels bereits im Vorfeld abgesagt werden.

Trans-Thüringia 2001 – Streckenlänge 100 km

Im Jahr 2000 wurde die Trans-Thüringia aufgrund der schlechten Witterung garnicht erst gestartet. Somit blieben die Planungen für den Ablauf des Rennens im Jahr 2001 erhalten. Masserberg, Neustadt am Rennsteig und Altenfeld waren die Orte, die das Rennen mitorganisierten. 85 Teilnehmer hatten gemeldet. In diesem Jahr war die Starterzahl in der Tourenklasse erstmals auf 20 Teilnehmer begrenzt. In der Wertungsklasse waren 45 Musher am Start. Auch in diesem Jahr mußte das Rennen nach 2 Läufen am Montag abgebrochen werde, nachdem in der Nacht von Sonntag auf Montag Dauerregen den Schnee völlig aufgeweicht hatte.

Trans-Thüringia 2002 – geplante Streckenlänge 395 km

Die Planungen für dieses Rennen wurde mit den Orten Altenfeld, Neustadt am Rennsteig, Siegmundsburg und Masserberg durchgeführt und waren abgeschlossen. Aber auch in diesem Jahr spielte das Wetter nicht mit, so daß das Rennen schon vor Beginn abgesagt werden mußte.

Nachdem der DSLT bereits früher als Mitorganisator aufgetreten war, übernahm er ab diesem Jahr die alleinige Ausrichtung des sportlichen Teils der Trans-Thüringia.

 

Trans Thüringia 2003 – Streckenlänge 375 km

Erstmals wird in diesem Jahr auf die Durchführung eines Biwaks verzichtet, weil sich herausgestellt hat, daß immer weniger Musher daran interessiert sind . Dadurch fällt der Ort Siegmundsburg, wo das Biwak stattfinden sollte, aus der Planung heraus. Die anderen Orte jedoch bleiben in den Rennablauf integriert.

Das Rennen fand unter optimalen Bedingungen statt. Es war nach Ansicht der Organisatoren und Teilnehmer die schönste Trans-Thüringia, die bis dato statt-gefunden hat. Die Musher bestritten bei herrlichem Wetter und sehr guten Schneeverhältnissen ein sportlich faires Rennen in einer harmonischen Atmosphäre. Die gute Organisation wurde gelobt. Leider waren nur 32 Musher am Start.

Trans Thüringia 2004 – Streckenlänge 180 km

Die Schneeverhätnisse für dieses Jahr sahen bis eine Woche vor dem Start hervorragend aus. Bis zu 80 cm lag die weiße Pracht in den Austragungsorten. Aber genau eine Woche vor dem Beginn des Rennen kam ein Wärmeeinbruch mit Temperaturen bis zu +18° C, der den Schnee innerhalb von 3 Tagen auf ein Minimum reduzierte. Das Rennen musste aufgrund der Wetterlage abgesagt werden.

Als eine Woche später für das darauffolgende Wochenende Frost und ergiebige Schneefälle angesagt wurden, mobilisierte man die Musher. Sie standen auf Abruf bereit. Mit Spannung erwartete man den erneuten Wetterumschwung.

Er kam und die Trans Thüringia 2004 konnte gestartet werden, allerdings mit ein paar Tagen Verspätung. Trotzdem wurden noch 4 Etappen ausgetragen, die aber alle in Masserberg stattfanden. In Altenfeld und Neustadt am Rennsteig lag entweder nicht genug Schnee oder er war von dem heftigen Sturm, der den Schneefall begleitet hatte, verweht worden. Von den ursprüglich 71 gemeldeten Mushern gingen 53 an den Start.

Da das Rennen paralell zur Biathlon-WM in Oberhof stattfand, war das Publikums-interesse leider geringer als in den Jahren zuvor. Aber die Schneeverhältnisse waren gut und die Teilnehmer hochzufrieden.

Auf Wunsch der meisten Musher war in diesem Jahr wieder ein Biwak geplant, das jedoch der Verschiebung des Rennens zum Opfer fiel.

Trans Thüringia 2005 – Streckenlänge 305 km

In diesem Jahr schien uns der Wettergott wohl gesonnen zu sein. Mit ausgezeichneten Schneeverhältnissen und herrlichem Sonnenschein empfing uns der Thüringer Wald. Geplant war für dieses Jahr, das Rennen in Neustadt am Rennsteig zu starten und in Altenfeld enden zu lassen, wobei in der Mitte der Woche Station in Masserberg gemacht werden sollte. Auf Wunsch vieler Musher wurde auch wieder ein Biwak bei der Albert-Schweitzer-Hütte angeboten.

Wir hatten vor, das Rennen über 375 km laufen zu lassen. 70 Starter gingen auf die Strecke und absolvierten 4 Läufe, einschl. der Fahrten
zum Biwak und zurück. Dann wurden 2 Läufe in Masserberg durchgeführt und zu Abschluss sollten nochmals 3 Läufe in Altenfeld gestartet werden.

Aber hier holte uns wieder das schlechte Wetter ein. Während der erste Lauf in Altenfeld noch bei guten Verhältnissen gestartet werden konnte, setzte in der Nacht Regen ein, der in kürzester Zeit den Schnee in Wasser verwandelte. Die beiden letzten Läufe konnten so nicht mehr gefahren werden. Wir mussten das Rennen nach 7 Läufen abbrechen. Trotzdem waren die Musher und auch die Organisation mit dem Verlauf dieser Trans Thüringia sehr zufrieden.

Trans Thüringia 2006 – Streckenlänge 380km

Ohne die übliche Zitterpartie im Vorfeld konnten die Musher und Musherinnen bei optimalen Schneeverhältnissen in Thüringen eintreffen. Altenfeld zeigte sich im weißen Outfit und die Eröffnung fand im feierlichen Rahmen statt.

Zwei Fernsehteams drehten von teilnehmenden Musherinnen einen Filmbericht und erlebten so, wie aufregend und anstrengend ein solches Rennen ist. Nach den ersten 3 Läufen in Altenfeld ging es zu den nächsten Etappen nach Neustadt am Rennsteig. Hier schlug das Wetter seine Kapriolen. Von Schnee, Schneeregen bis Eisregen mit scharfen Böen, es war alles drin! Trotzdem biwakierten die hart gesottenen Musherinnen und Musher mit ihren Hunde-Teams an der Albert-Schweitzer-Hütte und kamen am nächsten Tag auf einer, durch Witterungsverhältnisse verkürzten Strecke, wieder ans Ziel zurück.

Nun siedelten wir alle nach Masserberg, wo sich der Winter von seiner schnee-reichen Seite zeigte. Die letzten 3 Läufe standen an und sie wurden von den meisten gut bewältigt. Den strahlenden Siegern wurde am Ende für dieses schwere Rennen ein schöner Pokal überreicht. Auch die anderen Starter und Starterinnen erhielten Urkunden und Geschenke für ihre Teilnahme an der 10.Trans Thüringia.

Da es ein Jubiläumsrennen war, bedankten wir uns dieses Mal bei unseren Schirmherren und Ehrengästen mit einen Pokal für ihr langjähriges Engagement .

Günter Reinhardt verabschiedete sich in diesem Jahr als langjähriger Organisatonsleiter von der Trans Thüringia. Das Orga-Team bedankt sich für sein Wirken für die TT in all diesen Jahren.

Trans Thüringias 2007 – geplante Streckenlänge 380km

Auch in diesem Jahr hat das Wetter kein Einsehen mit uns. Die TransThüringia mußte wegen Schneemangels bereits im Vorfeld abgesagt werden.

Trans Thüringias 2008

Auch in diesem Jahr hat das Wetter kein Einsehen mit uns. Die TransThüringia mußte, wie im Jahr zuvor, wegen Schneemangels abgesagt werden.

Trans Thüringia 2009 – Streckenlänge 212 km

Diese Trans Thüringia war etwas ganz Besonderes, denn zum ersten Mal wurde im Rahmen dieses Rennen die WSA Distance Europameisterschaft ausgetragen. Die drei Läufe in Neustadt waren daher zwei in einem, Trans Thüringia und Europameisterschaft.

Bereits zum Jahreswechsel herrschte in Deutschland strenger Winter, daher war die Durchführung des Rennens nie ernsthaft in Frage gestellt. Dennoch herrschten nur suboptimale Trailbedingungen, durch den strengen Frost und nur wenig Neuschnee war dieser sehr hart.

Dennoch fieberten über 65 Teilnehmer bei der Eröffnung am 7. Februar in Neustadt am Rennsteig dem Wettkampf entgegen. Nach zwei spannenden Läufen schlug das Wetter leider die bekannten „Neustadt-Kapriolen“: Schnee – Eisregen – Regen und dazu ein Sturm, der nahezu Orkanstärke erreichte. An einen Start war unter diesen Bedingungen nicht zu denken, alles und jeder musste in Sicherheit gebracht werden.

Während der Siegerehrung im neuen Gemeindehaus in Neustadt wurde aus dem Regen wieder Schnee und langsam ließ auch der Wind nach.

In Masserberg herrschten dann wieder optimale Bedingungen und es fanden noch drei herrliche Läufe statt, die schöner nicht hätten sein können.

Das Biwak neben der Turmbaude erfüllte alle Romantikerwünsche und das neue Konzept mit der Rennpause zum Umsetzen führte zu einer deutlich entspannteren Stimmung bei Teilnehmern und Organisatoren.

Nach der feierlichen Siegerehrung am Masserberger Stadion und der anschließenden Feier im Auerhahn fiel es allen schwer, sich aus diesem Wintermärchen in den Alltag zu verabschieden.

Hoffen wir auf eine Neuauflage im kommenden Jahr.

Trans Thüringia 2010 – Steckenlänge 246km

Ein milder Winter war vorhergesagt, aber das stellte sich als Fehlprognose heraus, kalt und lang war er und es gab viel Schnee!

Schon bei der Anreise nach Masserberg schneite es, was das Zeug hält und ein kräftiger Wind erweckte das Gefühl, in arktische Breiten zu fahren. Wind und Schnee blieben den Teilnehmern der TT auch die ganze Zeit in Masserberg erhalten, die Sonne war ein seltener Gast. Der Wind nahm noch zu und erreichte mal wieder fast Sturmstärke, ein Baum am Rande des Stake-out war dem Druck nicht mehr gewachsen und fiel Mitten in der Nacht in Richtung Wohnwagen, WoMos und Zelten, richtete aber Gott sei Dank keinen Schaden an. Die Läufe in Masserberg konnten zum Glück problemlos durchgeführt werden, der Trail war gut, wenn auch durch den vielen Neuschnee oft sehr schwer.

Am Umsetztag flaute der Sturm endlich ab und bei herrlichem Wintersonnenschein ging es stressfrei nach Neustadt am Rennsteig.

Neustadt ist eben Neustadt und so hatten wir dort wieder einmal mit Nebel und tief hängenden Wolken zu kämpfen, was ganz besonders dem Orga-Team im Start- Ziel-Bereich das Leben schwer machte. Einlaufende Gespanne konnten erst wenige Meter vor dem Zielbogen gesichtet werden, lautlos tauchten sie aus der Nebelwand auf. Doch die Sonne schaffte es in den folgenden Tagen doch noch, Zuschauern und Mushern die herrliche Fernsicht in Neustadt zu zeigen und für das Biwak am Neustädter Sportplatz herrschten gute Bedingungen. Von dort zurück fand die Siegerehrung direkt am Stake-out-Gelände statt. Bei reichlich leckerem Essen ging im Gemeindehaus von Neustadt die Trans Thüringia 2010 zu Ende und es hieß Abschied nehmen! Abschied nehmen diesmal jedoch von Wolfgang Wolf sowie Evy-Lise und Dieter Strube für "immer", da alle 3 in den wohlverdienten Trans Thüringia Ruhestand gingen. Ganz herzlichen Dank für alles, was Ihr für uns und das Rennen geleistet habt. Ihr kommt doch ganz bestimmt zur TT 2011 als sehnsüchtig erwartete Gäste?

Trans Thüringia 2011 - geplante Streckenlänge ca. 245 km

Alles sah nach den bestehenden Schneeverhältnissen gut aus. Das Renn- und Organisationsteam war vorort und bereitete alles vor. Unsere Sponsoren, die Firma Polaris hatte die Motorschlitten für das Rennleiterteam angeliefert und auch Eukanuba/ Nash & Nunki die Futterpakete und vieles mehr zugeschickt. Die ersten Starter waren auch schon angereist. Sie kamen aus der Schweiz, aus den Niederlanden, aus Österreich und aus Deutschland. Am Samstagmorgen, dem Eröffnungstag, dann der Schock. Über Nacht hatte Tauwetter eingesetzt mit starkem Sturm und allem was dazu gehört. Binnen einer Nacht war der Schnee fast weg und an ein Rennen nicht mehr zu denken. Die Wetterprognose war zwar schon im Vorfeld entsprechend, aber wir wollten es nicht glauben.  Es war auch keine Änderung in Sicht, also kein Verschieben sinnvoll. So beschloss das Renn- und Organisationsteam die Eröffnungsfeier am Abend zwar durchzuführen, diese aber auch als Abschlußfeier zu deklarieren. Die Musher und Musherinnen trugen es mit Fassung und machten gute Miene zum bösen Spiel. Auch die Ehrengäste hatten sich nicht abhalten lassen und waren gekommen, fanden sogar aufmunternde Worte für die anwesenden Starter. Ihnen allen nochmal ein Dank für diese Haltung und Unterstützung. Wir hoffen, alle 2012 erneut begrüßen zu können.