Geschichte der Trans Thüringia

Urheber:

Die Idee eines Schlittenhunderennens entlang des Rennsteigs in Thüringen hatten

  • Margit und Walter Tinz vom MKC,
  • Wolfgang Pfeifer vom MKC,
  • Michael Beil vom SSCT, später DSLT und
  • Kurt Sprenger vom HSSC.

Diese fünf Initiatoren setzten die Idee mit vielen freiwilligen Helfern aus den Gemeinden und Vereinen aus dem Thüringer Wald um. Selbstverständlich war auch die Einwilligung der Behörden notwendig, ohne die eine solches Projekt nicht durchführbar gewesen wäre.

So kam es zur Durchführung der nachfolgend aufgeführten Veranstaltungen:

Trans-Thüringia 1995 – Streckenlänge 330 km

Die erste Trans-Thüringia wurde in Lauscha (bei Neuhaus am Rennweg) gestartet. Das Rennen war als Longtrail, Middle-Distance und Tour ausgeschrieben. Es wurden so um die 50 bis 70 Teilnehmer erwartet. Insgesamt konnten jedoch 140 Meldungen verzeichnet werden.

Trans-Thüringia 1996 – Streckenlänge 255 km

Bei der zweiten Trans-Thüringia wurden außer dem Ort Lauscha auch die Orte Scheibe-Alsbach und Masserberg in die Veranstaltung einbezogen. Außerdem wurden die Disziplinen auf Longtrail und Tour beschränkt, weil für die große Starterzahl die zur Verfügung stehenden stake-out-Flächen (Fahrerlager) nicht ausreichten.

Trotzdem konnten ca 90 Rennmeldungen verzeichnet werden. Leider spielte das Wetter nicht so mit, wie man sich das erhofft hatte, so daß 40 Teilnehmer vorzeitig das Rennen aufgaben und die Heimreise antraten.

Trans-Thüringia 1997 – Streckenlänge 155 km

In diesem Jahr gab es wieder einen Wechsel bei den mitveranstaltenden Orten. Für Lauscha wurde Altenfeld aufgenommen, so daß das Rennen über Masserberg, Scheibe-Alsbach und Altenfeld lief. Auch zu dieser Veranstaltung konnten wieder 80 Teilnehmer begrüßt werden, wovon 50 Musher in der Longtrailklasse und 30 Musher in der Tourenklasse an den Start gingen. Das Rennen mußte wegen Schneemangels nach der 4. Etappe und zwei Regentagen abgebrochen werden. Es wurde jedoch als durchgeführt gewertet.

Als sich nach der Siegerehrung am Donnerstagabend das Wetter schlagartig änderte und Schneefall einsetzte, wurde am Samstag und Sonntag die sogenannte "Trans-Altenfeld" durchgeführt, um die bereits vorhandene Organisation in diesem Rennort auszunutzen. Man wollte damit der Gemeinde Altenfeld entgegenkommen, die bekanntlich zum ersten Mal als Mitverantalter dabei war.

Trans-Thüringia 1998 – Streckenlänge 301 km

In umgekehrter Reihenfolge, aber mit den gleichen Orten wie im Vorjahr, also Altenfeld, Scheibe-Alsbach, Masserberg, wurde 1998 das Rennen durchgeführt. 35 Starter in der Longtrailklasse und 15 Starter in der Tourenklasse gingen an den Start. Allerdings spielte auch in diesem Jahr das Wetter nicht über die gesamte Dauer des Rennens mit. Nach der 8. Etappe mußte die Veranstaltung abgebrochen werden, nachdem diese bereits auf 12 km verkürzt werden mußte. Die 35 Teilnahmer in der Longtrailklasse und 15 Starter in der Tourenklasse konnten jedoch bei der Albert-Schweitzer-Hütte in der Nähe von Altenfeld ein in das Rennen integriertes Biwak durchführen.

Trans-Thüringia 1999 – Streckenlänge 412 km

Bei der 5. Trans-Thüringia schied der Ort Scheibe-Alsbach aus. Die Strecke wurde über folgende Orte gelegt: Siegmundsburg, Masserberg und Neuhaus, Altenfeld. Zu diesem Rennen, das allgemein als das bis dahin Schönste bezeichnet wurde, meldeten 80 Musher, davon 30 Musher in der Tourenklasse.

Trans-Thüringia 2000 – geplante Streckenlänge 375 km

Die TransThüringia mußte im Jahr 2000 wegen Schneemangels bereits im Vorfeld abgesagt werden.

Trans-Thüringia 2001 – Streckenlänge 100 km

Im Jahr 2000 wurde die Trans-Thüringia aufgrund der schlechten Witterung garnicht erst gestartet. Somit blieben die Planungen für den Ablauf des Rennens im Jahr 2001 erhalten. Masserberg, Neustadt am Rennsteig und Altenfeld waren die Orte, die das Rennen mitorganisierten. 85 Teilnehmer hatten gemeldet. In diesem Jahr war die Starterzahl in der Tourenklasse erstmals auf 20 Teilnehmer begrenzt. In der Wertungsklasse waren 45 Musher am Start. Auch in diesem Jahr mußte das Rennen nach 2 Läufen am Montag abgebrochen werde, nachdem in der Nacht von Sonntag auf Montag Dauerregen den Schnee völlig aufgeweicht hatte.

Trans-Thüringia 2002 – geplante Streckenlänge 395 km

Die Planungen für dieses Rennen wurde mit den Orten Altenfeld, Neustadt am Rennsteig, Siegmundsburg und Masserberg durchgeführt und waren abgeschlossen. Aber auch in diesem Jahr spielte das Wetter nicht mit, so daß das Rennen schon vor Beginn abgesagt werden mußte.

Nachdem der DSLT bereits früher als Mitorganisator aufgetreten war, übernahm er ab diesem Jahr die alleinige Ausrichtung des sportlichen Teils der Trans-Thüringia.

 

Trans Thüringia 2003 – Streckenlänge 375 km

Erstmals wird in diesem Jahr auf die Durchführung eines Biwaks verzichtet, weil sich herausgestellt hat, daß immer weniger Musher daran interessiert sind . Dadurch fällt der Ort Siegmundsburg, wo das Biwak stattfinden sollte, aus der Planung heraus. Die anderen Orte jedoch bleiben in den Rennablauf integriert.

Das Rennen fand unter optimalen Bedingungen statt. Es war nach Ansicht der Organisatoren und Teilnehmer die schönste Trans-Thüringia, die bis dato statt-gefunden hat. Die Musher bestritten bei herrlichem Wetter und sehr guten Schneeverhältnissen ein sportlich faires Rennen in einer harmonischen Atmosphäre. Die gute Organisation wurde gelobt. Leider waren nur 32 Musher am Start.

Trans Thüringia 2004 – Streckenlänge 180 km

Die Schneeverhätnisse für dieses Jahr sahen bis eine Woche vor dem Start hervorragend aus. Bis zu 80 cm lag die weiße Pracht in den Austragungsorten. Aber genau eine Woche vor dem Beginn des Rennen kam ein Wärmeeinbruch mit Temperaturen bis zu +18° C, der den Schnee innerhalb von 3 Tagen auf ein Minimum reduzierte. Das Rennen musste aufgrund der Wetterlage abgesagt werden.

Als eine Woche später für das darauffolgende Wochenende Frost und ergiebige Schneefälle angesagt wurden, mobilisierte man die Musher. Sie standen auf Abruf bereit. Mit Spannung erwartete man den erneuten Wetterumschwung.

Er kam und die Trans Thüringia 2004 konnte gestartet werden, allerdings mit ein paar Tagen Verspätung. Trotzdem wurden noch 4 Etappen ausgetragen, die aber alle in Masserberg stattfanden. In Altenfeld und Neustadt am Rennsteig lag entweder nicht genug Schnee oder er war von dem heftigen Sturm, der den Schneefall begleitet hatte, verweht worden. Von den ursprüglich 71 gemeldeten Mushern gingen 53 an den Start.

Da das Rennen paralell zur Biathlon-WM in Oberhof stattfand, war das Publikums-interesse leider geringer als in den Jahren zuvor. Aber die Schneeverhältnisse waren gut und die Teilnehmer hochzufrieden.

Auf Wunsch der meisten Musher war in diesem Jahr wieder ein Biwak geplant, das jedoch der Verschiebung des Rennens zum Opfer fiel.

Trans Thüringia 2005 – Streckenlänge 305 km

In diesem Jahr schien uns der Wettergott wohl gesonnen zu sein. Mit ausgezeichneten Schneeverhältnissen und herrlichem Sonnenschein empfing uns der Thüringer Wald. Geplant war für dieses Jahr, das Rennen in Neustadt am Rennsteig zu starten und in Altenfeld enden zu lassen, wobei in der Mitte der Woche Station in Masserberg gemacht werden sollte. Auf Wunsch vieler Musher wurde auch wieder ein Biwak bei der Albert-Schweitzer-Hütte angeboten.

Wir hatten vor, das Rennen über 375 km laufen zu lassen. 70 Starter gingen auf die Strecke und absolvierten 4 Läufe, einschl. der Fahrten
zum Biwak und zurück. Dann wurden 2 Läufe in Masserberg durchgeführt und zu Abschluss sollten nochmals 3 Läufe in Altenfeld gestartet werden.

Aber hier holte uns wieder das schlechte Wetter ein. Während der erste Lauf in Altenfeld noch bei guten Verhältnissen gestartet werden konnte, setzte in der Nacht Regen ein, der in kürzester Zeit den Schnee in Wasser verwandelte. Die beiden letzten Läufe konnten so nicht mehr gefahren werden. Wir mussten das Rennen nach 7 Läufen abbrechen. Trotzdem waren die Musher und auch die Organisation mit dem Verlauf dieser Trans Thüringia sehr zufrieden.

Trans Thüringia 2006 – Streckenlänge 380km

Ohne die übliche Zitterpartie im Vorfeld konnten die Musher und Musherinnen bei optimalen Schneeverhältnissen in Thüringen eintreffen. Altenfeld zeigte sich im weißen Outfit und die Eröffnung fand im feierlichen Rahmen statt.

Zwei Fernsehteams drehten von teilnehmenden Musherinnen einen Filmbericht und erlebten so, wie aufregend und anstrengend ein solches Rennen ist. Nach den ersten 3 Läufen in Altenfeld ging es zu den nächsten Etappen nach Neustadt am Rennsteig. Hier schlug das Wetter seine Kapriolen. Von Schnee, Schneeregen bis Eisregen mit scharfen Böen, es war alles drin! Trotzdem biwakierten die hart gesottenen Musherinnen und Musher mit ihren Hunde-Teams an der Albert-Schweitzer-Hütte und kamen am nächsten Tag auf einer, durch Witterungsverhältnisse verkürzten Strecke, wieder ans Ziel zurück.

Nun siedelten wir alle nach Masserberg, wo sich der Winter von seiner schnee-reichen Seite zeigte. Die letzten 3 Läufe standen an und sie wurden von den meisten gut bewältigt. Den strahlenden Siegern wurde am Ende für dieses schwere Rennen ein schöner Pokal überreicht. Auch die anderen Starter und Starterinnen erhielten Urkunden und Geschenke für ihre Teilnahme an der 10.Trans Thüringia.

Da es ein Jubiläumsrennen war, bedankten wir uns dieses Mal bei unseren Schirmherren und Ehrengästen mit einen Pokal für ihr langjähriges Engagement .

Günter Reinhardt verabschiedete sich in diesem Jahr als langjähriger Organisatonsleiter von der Trans Thüringia. Das Orga-Team bedankt sich für sein Wirken für die TT in all diesen Jahren.

Trans Thüringias 2007 – geplante Streckenlänge 380km

Auch in diesem Jahr hat das Wetter kein Einsehen mit uns. Die TransThüringia mußte wegen Schneemangels bereits im Vorfeld abgesagt werden.

Trans Thüringias 2008

Auch in diesem Jahr hat das Wetter kein Einsehen mit uns. Die TransThüringia mußte, wie im Jahr zuvor, wegen Schneemangels abgesagt werden.

Trans Thüringia 2009 – Streckenlänge 212 km

Diese Trans Thüringia war etwas ganz Besonderes, denn zum ersten Mal wurde im Rahmen dieses Rennen die WSA Distance Europameisterschaft ausgetragen. Die drei Läufe in Neustadt waren daher zwei in einem, Trans Thüringia und Europameisterschaft.

Bereits zum Jahreswechsel herrschte in Deutschland strenger Winter, daher war die Durchführung des Rennens nie ernsthaft in Frage gestellt. Dennoch herrschten nur suboptimale Trailbedingungen, durch den strengen Frost und nur wenig Neuschnee war dieser sehr hart.

Dennoch fieberten über 65 Teilnehmer bei der Eröffnung am 7. Februar in Neustadt am Rennsteig dem Wettkampf entgegen. Nach zwei spannenden Läufen schlug das Wetter leider die bekannten „Neustadt-Kapriolen“: Schnee – Eisregen – Regen und dazu ein Sturm, der nahezu Orkanstärke erreichte. An einen Start war unter diesen Bedingungen nicht zu denken, alles und jeder musste in Sicherheit gebracht werden.

Während der Siegerehrung im neuen Gemeindehaus in Neustadt wurde aus dem Regen wieder Schnee und langsam ließ auch der Wind nach.

In Masserberg herrschten dann wieder optimale Bedingungen und es fanden noch drei herrliche Läufe statt, die schöner nicht hätten sein können.

Das Biwak neben der Turmbaude erfüllte alle Romantikerwünsche und das neue Konzept mit der Rennpause zum Umsetzen führte zu einer deutlich entspannteren Stimmung bei Teilnehmern und Organisatoren.

Nach der feierlichen Siegerehrung am Masserberger Stadion und der anschließenden Feier im Auerhahn fiel es allen schwer, sich aus diesem Wintermärchen in den Alltag zu verabschieden.

Hoffen wir auf eine Neuauflage im kommenden Jahr.

Trans Thüringia 2010 – Steckenlänge 246km

Ein milder Winter war vorhergesagt, aber das stellte sich als Fehlprognose heraus, kalt und lang war er und es gab viel Schnee!

Schon bei der Anreise nach Masserberg schneite es, was das Zeug hält und ein kräftiger Wind erweckte das Gefühl, in arktische Breiten zu fahren. Wind und Schnee blieben den Teilnehmern der TT auch die ganze Zeit in Masserberg erhalten, die Sonne war ein seltener Gast. Der Wind nahm noch zu und erreichte mal wieder fast Sturmstärke, ein Baum am Rande des Stake-out war dem Druck nicht mehr gewachsen und fiel Mitten in der Nacht in Richtung Wohnwagen, WoMos und Zelten, richtete aber Gott sei Dank keinen Schaden an. Die Läufe in Masserberg konnten zum Glück problemlos durchgeführt werden, der Trail war gut, wenn auch durch den vielen Neuschnee oft sehr schwer.

Am Umsetztag flaute der Sturm endlich ab und bei herrlichem Wintersonnenschein ging es stressfrei nach Neustadt am Rennsteig.

Neustadt ist eben Neustadt und so hatten wir dort wieder einmal mit Nebel und tief hängenden Wolken zu kämpfen, was ganz besonders dem Orga-Team im Start- Ziel-Bereich das Leben schwer machte. Einlaufende Gespanne konnten erst wenige Meter vor dem Zielbogen gesichtet werden, lautlos tauchten sie aus der Nebelwand auf. Doch die Sonne schaffte es in den folgenden Tagen doch noch, Zuschauern und Mushern die herrliche Fernsicht in Neustadt zu zeigen und für das Biwak am Neustädter Sportplatz herrschten gute Bedingungen. Von dort zurück fand die Siegerehrung direkt am Stake-out-Gelände statt. Bei reichlich leckerem Essen ging im Gemeindehaus von Neustadt die Trans Thüringia 2010 zu Ende und es hieß Abschied nehmen! Abschied nehmen diesmal jedoch von Wolfgang Wolf sowie Evy-Lise und Dieter Strube für "immer", da alle 3 in den wohlverdienten Trans Thüringia Ruhestand gingen. Ganz herzlichen Dank für alles, was Ihr für uns und das Rennen geleistet habt. Ihr kommt doch ganz bestimmt zur TT 2011 als sehnsüchtig erwartete Gäste?

Trans Thüringia 2011 - geplante Streckenlänge ca. 245 km

Alles sah nach den bestehenden Schneeverhältnissen gut aus. Das Renn- und Organisationsteam war vorort und bereitete alles vor. Unsere Sponsoren, die Firma Polaris hatte die Motorschlitten für das Rennleiterteam angeliefert und auch Eukanuba/ Nash & Nunki die Futterpakete und vieles mehr zugeschickt. Die ersten Starter waren auch schon angereist. Sie kamen aus der Schweiz, aus den Niederlanden, aus Österreich und aus Deutschland. Am Samstagmorgen, dem Eröffnungstag, dann der Schock. Über Nacht hatte Tauwetter eingesetzt mit starkem Sturm und allem was dazu gehört. Binnen einer Nacht war der Schnee fast weg und an ein Rennen nicht mehr zu denken. Die Wetterprognose war zwar schon im Vorfeld entsprechend, aber wir wollten es nicht glauben.  Es war auch keine Änderung in Sicht, also kein Verschieben sinnvoll. So beschloss das Renn- und Organisationsteam die Eröffnungsfeier am Abend zwar durchzuführen, diese aber auch als Abschlußfeier zu deklarieren. Die Musher und Musherinnen trugen es mit Fassung und machten gute Miene zum bösen Spiel. Auch die Ehrengäste hatten sich nicht abhalten lassen und waren gekommen, fanden sogar aufmunternde Worte für die anwesenden Starter. Ihnen allen nochmal ein Dank für diese Haltung und Unterstützung. Wir hoffen, alle 2012 erneut begrüßen zu können.

Trans Thüringia 2012 - Streckenlänge 252 km

Bei strahlendem Winterwetter und klirrendem Frost kamen die Musher aus aller Herren Länder nach Neustadt und richteten sich auf dem Stake-out ein. Bei – 14° C fielen die Reden zur feierlichen Eröffnung etwas kürzer aus, die wackeren Blechblasmusiker taten ihr Bestes und schafften es gerade so, ihr Musikprogramm ohne Frostschäden zu absolvieren.

Bei Kaiserwetter ging es am Sonntag zum ersten Mal auf die ca. 40 Kilometer lange Strecke rund um Neustadt und die Teilnehmer kamen samt und sondern zufrieden und begeistert zurück ins Ziel.

Am Montag gab es eine Prämiere: Es wurde das erste Mal bei einer T.T. an einem Tag zweimal gestartet und nach langer Abstinenz gab es wieder einmal einen Lauf in die Dunkelheit. Es waren wunderschöne Bilder, wie die Gespanne im Schein der Stirnlampen aus der Dunkelheit auftauchten und sich dem Ziel näherten. Auch den Hunden machte es sichtlich Spaß, die Befürchtung, sie würden nicht zweimal am gleichen Tag starten wollen, erwiesen sich als Irrtum, alle strahlten beim Zieleinlauf mit den Stirnlampen und dem Lagerfeuer um die Wette.

Nach einem trüben Dienstagslauf, der jedoch der Stimmung keinen Abbruch tat, ging es Mittwoch mit Mann und Maus nach Masserberg, nachdem am Dienstagabend die Ereignisse in Neustadt bei Lagerfeuer und Bratwürstchen noch einmal Revue passiert gelassen wurden.

Mittlerweile war es deutlich wärmer geworden, am Donnerstag fand bei schönem Winterwetter in Masserberg der erste Lauf rund um den Eselsberg statt, alle waren gut angekommen und genossen die 42 Kilometer im verschneiten Wald. Leider war dies der letzte schöne Tag, der Lauf am Freitag ins Biwak entpuppte sich als Vabanque-Spiel, es war trübe, neblig und feucht, am Fuße des Eselberges war es leicht über 0°C und es nieselte, oben im Biwak blieb es aber im negativen Bereich und die Hunde konnten sich auf ihren Strohbetten einschneien lassen.

Der finale Lauf zurück aus dem Biwak war zwar wieder neblig und feucht, aber Trail und Wetter hielten noch stand und zur Siegerehrung im Stadion war es auch (fast) trocken.

Das war eine Punktlandung, länger hätte das Rennen nicht gehen dürfen, so aber war die Freude bei Teilnehmern und Organisatoren über die gelungene Veranstaltung gleichermaßen groß und alle, alle wollen wieder kommen und sogar noch Freunde mitbringen.

Trans Thüringia 2013 - 260 km

Nach einem nervenaufreibenden Wechsel zwischen Wärmeeinbrüchen und besten Schneeverhältnissen während der gesamten Wintersaison kam 5 Tage vor dem offiziellen Beginn der T.T. 2013 das erlösende „Okay“ aus Thüringen und alle konnten sich startklar machen. Als Entschädigung für den Nervenkrieg empfing uns Masserberg mit hervorragenden Schneeverhältnissen und Traumwetter zum 1. Lauf.

Die Anziehungskraft der Musher aus den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz, Österreich und Deutschland mit ihren Huskies, Malamuten, Grönländern und Samojeden war so groß, das alle Zuschauerrekorde gebrochen wurden und wir in Masserberg vor „vollem Haus“ spielten. Auch hier gab es zum ersten Mal wieder ein Lauf in die Dunkelheit, der Hunde, Musher, Publikum und Organisatoren gleichermaßen begeisterte.

Nach drei herrlichen Tagen hieß es Abschied nehmen von Masserberg, wo alle helfenden Hände mal wieder das Unmögliche möglich gemacht haben, um für alle ein wunderschönes Rennen zu organisieren.

Der herzliche Empfang in Neustadt half über den Abschied hinweg, wobei leider viele Musher grippebedingt gar nicht mit umziehen konnten, bei Lagerfeuer, heißen Getränken und Bratwürsten direkt gegenüber des Stake-outs im Bauhof fühlten sich alle sofort heimisch.

Von richtigem „Neustädter Wetter“ blieben wir zum Glück verschont, Temperaturen und Sichtverhältnisse waren für die Musher an allen Tagen akzeptabel, nur das Start-/Ziel-Team wurde mal wieder tiefgefroren!

Als nach 3 Läufen und einer Nacht im Biwak am Samstag alle wieder zurück waren, gab es nur zufriedene Mienen und die Siegerehrung mit anschließendem Abschiedsessen fand in gelöster Stimmung statt, natürlich wurden da bei den herrlichen Bildern, die es zu bewundern gab, auch schon Verabredungen für 2014 getroffen

                                  

Trans Thüringia 2014- geplante Streckenlänge 280 km

Alles Bangen und Hoffen war vergebens, wieder einmal hieß es: " Kein Schnee, keine Trans Thüringia" , sie musste bereits im Vorfeld abgesagt werden

 

2015 - Jubiläum 20 Jahre Trans-Thüringia !

1995 wurde die Vision einiger begeisterter Schlittenhundeführer  (Musher/In) wahr. Die Idee ein Langstreckenrennen mit reinrassigen Schlittenhunden entlang des Rennsteiges in Thüringen durchzuführen, wurde durch das Ehepaar Margit und Walter Tinz, Wolfgang Pfeifer, Michael Beil und dem leider schon verstorbenen Kurt Sprenger mit viel persönlichem Engagement Realität.

Erfolgreich von Beginn an bis zum exzellenten Ende konnte vom 07. bis zur Siegesfeier am 14. Februar die 16. Trans Thüringia in Neustadt am Rennsteig und in Masserberg durchgeführt werden.

2015 - 20 Jahre - später waren das Ehepaar Tinz, Wolfgang Pfeifer,  Conni Luther und Wolfgang Wolf, einige der ehemaligen Rennorganisatoren zur großen Freude aller Vorort. Sie verliehen der Eröffnungsfeier am 07.02.15 am Stake-Out-Platz in Neustadt a. R. neben der Landrätin des Landkreises Ilmkreis  und Schirmherrin der Veranstaltung Frau Petra Enders sowie des Bürgermeisters der Gemeinde Herrn Dirk Macheleidt einen ganz besonderen Glanz.

In diesem Jahr sorgten ideale Wetterbedingungen für einen optimalen Start der bisher schönsten Trans Thüringia. Kaiserwetter bei  der Eröffnung förderte den nötigen Motivationsschub bei den zweibeinigen Aktiven und allen Helfern der Musher  sowie der Gemeinde Neustadt. Besonders letztere sorgten dafür, dass die vier Rennen, trotz gravierenden Materialschadens an Snowmobil und Startbogen,  ohne nennenswerte Behinderungen durchgeführt werden konnte. Sie waren immer zur Stelle, wenn man sie brauchte und sorgten vielfältig für einen einwandfreien Ablauf der 4 Läufe dort. Vielen Dank!

Am Sonntag startete der erste Lauf über 34 km. Neben den Tourenfahrern ohne Zeitnahme gingen die TeilnehmerINNEN der drei Wertungsklassen an den Start. Limitiert 1 mit 3- 4 Schlittenhunden in der Einspannung, Limitiert 2 mit 5-7 Hunden und Limitiert Offen mit 8-12 Hunden. Gesamt hatten sich 52 MusherINNEN zur 16 Trans Thüringia eingefunden. Alle vier der in Europa anerkannten Schlittenhunderassen – Siberian Husky, Alaskan Malamute, Samojede und der Grönlandhund - offenbarten für alle offensichtlich vor den Schlitten ihre große Leidenschaft der Zugarbeit im Schnee. Den zahlreichen und sehr interessierten Zuschauern  wurden am jedem  der Veranstaltungstage die Besonder- sowie  Eigenheiten dieser Hunde und dieses so faszinierenden Sports vorgestellt und erläutert.

Die vier Tage in Neustadt wurden von der dort typischen Wettervielfallt mit Sonne, eisigen Wind, Schnee und Schneeregen begleitet. Die Strecke, der Trail, war bestens präpariert und stellte an  Mensch und  Hund zum Teil besonders sportliche Herausforderungen. Hierbei sei Montag 9.02.15 hervorgehoben. An diesem Tage musste die Strecke morgens sowie als Lauf in den Abend zweimal bewältigt werden; lange nie enden wollende Anstiege mit der speziellen Situation in der Dämmerung und Dunkelheit sorgten für nicht alltägliche Beanspruchungen bei allen Teilnehmern.

Nach dem 4. Lauf lag in der Rennklasse „Limitiert 3-4 Hunde“ mit einem Gesamtvorsprung von fast 28 Minuten auf dem 1. Rang der 22 jährige Königsseer Nino Neubauer vor seinem Freund und Sportskollegen den 26 jährigen Gerstunger  Mathias Klatt, der ebenfalls von Beginn an seinen 2. Rang verteidigte. 3. wurde wie die Tage vorher der Franzose David Passy.

In der Kategorie „Limitiert 5-7 Hunde“ gestalte es sich wie folgt: Mit der besten Zeit ihrer 4 absolvierten Läufe und gleichzeitig auch ihrer Klasse belegte wiederum Caroline Bidell aus Deutschland den 1. Platz. Auch Janine Matsch –Eichmann aus der Schweiz fuhr ihre Bestzeit der drei Neustadt-Tage mit nur 1 Minute und 1 Sekunde langsamer und verteidigte damit ihren 2. Platz. In der Gesamtzeit trennten die beiden gesamt rund 8 Minuten. Den 3. Platz sicherte sich der Schweizer Edi Lussmann.  Leider mussten nunmehr  gesamt vier Teilnehmer dieser Klasse: Lothar Kalasch schon am Tage zuvor, Carmen Amstätter, Andre Willig sowie Wilfried Umbach wegen defekter Schlitten oder kranker Hunde in die Tourenklasse ummelden. Rolf Ewald mit seinem Grönlandhundeteam und somit als einziger Musher der Rennkategorien unterwegs mit einem nicht Siberian-Husky-Team, konnte seine Laufleistung steigern und fuhr seine bis dahin beste Zeit auf dieser Trans Thüringia.

Wie schon die Tage zuvor bestätigte Rainer Galm aus Würzburg mit seinem 8er Siberian-Team in der Kategorie 8-12 Hunde eine Top-Leistung und fuhr zum vierten Mal die Tagesbestzeit aller Teams. Damit belegte damit unangefochten den 1.Rang. Auch Rüdiger Rink aus Schwaförden überraschte mit der zweitbesten Laufzeit aller Teams und untermauerte hierdurch seinen Position - den 2. Platz. In der Gesamtzeit trennten ihn  8 Min: 42 Sekunden von  Rainer Galm.  Den 3.Platz sicherte Joachim Köring aus Ihlow.

Bei herrlichsten Sonne- Winter-Wetter setzten am Mittwoch alle Teams mit ihren Fahrzeugen, Anhängern und Hunden nach Masserberg um.

Diese Wetterlage hatte bis zum Ende der Trans Thüringia bestand und bescherte allen Teilnehmern einen perfekten Trail. Die malenswerte Kulisse sorgte für eine einzigartige Stimmung, die die Begeisterung fast zum Greifen nahe erschienen ließ.  Diese wurde exemplarisch durch einen phantastischen Sonnenuntergang im Biwaklager auf dem Hubschrauberlandeplatz an der Turmbaude  am Freitagabend. Dort verbrachten rennregelgemäß die MusherINNEN mit ihren Schlittenhundeteams die Nacht im Freien unter einem funkelnden Sternenzelt. Nach einem bilderbuchhaften Sonnenaufgang brachen die Teams ein letztes Mal auf um die 43km lange Strecke erfolgreich als Team zu absolvieren. Ab 11.39 Uhr fuhren dann die ersten Siegerteams in das Ziel hinein.

Zuerst erschien Caroline Bidell aus Deutschland, die ihre erste Trans Thüringia erfolgreich mit dem Siegerplatz und einer Gesamtzeit über 265 km von 15:32:41 in der Kategorie Limitiert 5-7 Hunden krönte. Spannend wurde es in dieser Klasse bei der Vergabe um den 2. Platz. Die zweitschnellste Zeit lief hier die Schweizerin Janine Matsch-Eichmann und belegte am Ende mit einem knappen Rückstand in der Gesamtzeit über 6 Minuten und 1 Sekunde auch im Gesamtklassement den 2. Platz. Mit einer Gesamtzeit von 15:45:33 belegte ihr Landsmann Edi Lussmann den 3. Platz.

Wie erwartet verteidigte in der Kategorie Limitiert 3-4 Hunde der 26 jährige Thüringer Mathias Klatt erfolgreich in einer Gesamtzeit von 15:41:10 seinen 1. Platz,  nachdem sein Freund Nino Neubauer, der bis zum 6. Lauf Führende, aufgrund einer Erkrankung auf seinem Start verzichten musste. Den 2. Platz errang der ebenfalls zum ersten Mal teilnehmende Franzose David Passy vor der dritt-platzierten Ines Wasle aus Österreich.

Als wiederum Gesamttagesschnellster in 2:29:14 mit einem vom Biwakieren voll bepackten Schlitten wurde Rainer Galm aus Würzburg- Estenfeld in der Kategorie Limitiert Offen 8-12 Hunden. Er fuhr in einer Gesamtzeit von 14:04:40 vom ersten bis zum letzten Lauf auf dem 1. Rang. Beeindruckend auch die Leistung von Rüdiger Rink, der an allen bisher durchgeführten 16 Trans Thüringia teilnahm. Eine derart gute Leistung mit seinen Siberian Huskies  – Gesamtzeit von 14.32:06 – hatte er noch auf keiner vorher erreichen können. Der 2. Rang war seine Belohnung.  Den 3. Platz belegte Frank Daams aus den Niederlanden.

Um 17 Uhr erfolgte dann die Ehrung der Sieger durch die Rennleitung der Trans Thüringia sowie den Bürgermeister der Gemeinde Masserberg Friedel Hablitzel standesgemäß auf dem Podest im Masserberger Stadium.

Abschließend bleibt nur sagen: es war eine äußerst würdige 20-jährige Jubiläumsveranstaltung unter  idealen Bedingungen: Kaiserwetter, Schnee satt, Sonne, Wind, Kälte und gesamt 265 km perfekte Trails. Ideale Bedingungen für herausragende sportliche Veranstaltung der besonderen Art.

Das Wichtigste jedoch war und ist die exzellente Unterstützung der Gemeinden Neustadt am Rennsteig sowie Masserberg in Vertretung seiner Einwohner und der vielen ehrenamtlichen Helfer. Als Stellvertreter sei  hierbei der uns seit Beginn an im Jahre 1995 mit Rat und Tat wohlwollend  begleitende und alle Art von Barrieren im Vorfeld aus dem Weg räumende ehemalige Pistenraupenfahrer Christian Ernst nebst seiner zahlreichen HelferInnen vom SV Rennsteig Masserberg sowie die „Jungs der Feuerwehr Neustadt“ genannt.

Trans Thüringia 2016

Wegen Schneemangel musste die Trans Thüringia 2016 leider abgesagt werden. Die Rennleitung und das Organisationsteam hoffen nun, dass 2017 wieder bei viel Schnee gestartet werden kann.

Trans Thüringia 2017

Der Winter kam früh, mit Macht und sogar in der richtigen Reihenfolge, zum Jahreswechsel Frost und danach der Schnee, also alles optimal für das Rennen. So blieb es auch bis zum Eröffnungstag, allerdings hatten negative Wettervorhersagen unsere Nerven arg strapaziert. Während des Rennens lagen die Temperaturen immer um den Gefrierpunkt, die hervorragend präparierten Trails hielten dennoch einigermaßen Stand. In Neustadt hatten sie nur kein „Rennniveau“ mehr, daher wurde das Rennen mit dem letzten Lauf in Masserberg beendet und in Neustadt fuhren alle nur noch Touren, das jedoch bei wunderschönem Wetter und Zuschauerrekorden. Das Biwak fiel dementsprechend  aus, trotzdem war es eine gelungene Veranstaltung, die alle sehr genossen haben und es konnten alle 261 geplanten Kilometer gefahren werden. Zu unser aller Freude war auch der ehemalige Rennleiter Wolfgang Wolf wieder mit von der Partie und ersetzte Carmen als Sprecher, da diese beruflich bedingt nicht anwesend sein konnte. Leider blieben auch viele angemeldete Teilnehmer wegen eigener Krankheit, Krankheiten von Hunden oder Angehörigen fern, so dass insgesamt 41 Starter das Rennen bestritten.